Begabtenförderung Mathematik e.V.
Forderungen zur Hebung der Akzeptanz der Mathematik in der Gesellschaft
Zur Hebung der Akzeptanz der Mathematik empfiehlt der Verein
die folgenden Maßnahmen:
- Keine weitere inhaltliche
wie zeitliche Reduktion im Fach Mathematik bzw. Rücknahme der Reduktionen.
- Die Förderung
interessierter, befähigter Schülerinnen und Schüler (Förderung der so
genannten gehobenen Mitte, ca. 30% aller Gymnasiasten) darf nicht nur im
Rahmen des Wahlunterrichts (bzw. sog. freiwilliger Pluskurse) geschehen,
sondern ist in einem Ergänzungsunterricht vergleichbar mit dem
differenzierten Sport durchzuführen. Die genannte Schülergruppe erhält
wöchentlich 2 Stunden Ergänzungsunterricht in jeder Jahrgangsstufe.
Industrie und Wirtschaft beteiligen sich an den entstehenden Kosten. Der
Verein sieht in der Schaffung so genannter Intensivierungsstunden bei der
Umstellung auf das achtklassige Gymnasium den richtigen Weg, wenn hierbei
die Klassen so in Gruppen aufgeteilt werden, dass auch Begabtenförderung
getrieben werden kann und all die Inhalte, die zu Beginn eines Mathematik
anwendenden Studiums den Abiturienten fehlen, ergänzt werden.
- Forderungen an die
Lehrerschaft:
Lehrerfortbildung muss flächendeckend und häufiger mit den folgenden
Schwerpunkten durchgeführt werden:
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a)
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Förderung interessierter Schülerinnen und Schüler;
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b)
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Vermittlung effektiver Lehrmethoden;
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c)
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Erstellung von Zusammenhängen innerhalb des mathematischen
Curriculums;
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d)
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Hebung der Akzeptanz der
Mathematik in unserer Gesellschaft; hierzu:
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e)
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Sicherung des
Grundwissens.
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- gemeinsam mit Industrie und
Wirtschaft durchgeführte Veranstaltungen zur Lehrerinformation über den
Einsatz von Mathematik;
- Abordnung von Lehrerinnen
und Lehrern an Hochschulen (dort nicht nur an die Mathematischen
Institute), Industrie und Wirtschaft;
- Forderungen an die
Gesellschaft:
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a)
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Realistische Berichterstattung über die Bedeutung der Mathematikvermittlung
an Gymnasien und Hochschulen.
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b)
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Mathematikanwender weisen mehr als bisher auf den
Stellenwert der von ihnen benutzten Mathematik hin.
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c)
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Erkennen des Stellenwerts der Mathematik für die
Informatik.
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7. Zur
Belegung dieser Forderungen werden die folgenden Thesen angeführt:
- Der hohe Anteil eines
Geburtenjahrgangs der heute ein Gymnasium besucht, macht eine
Differenzierung hinsichtlich der Mathematikvermittlung bereits in Unter-
und Mittelstufe erforderlich. Dies ist vor allem für diejenigen
Schülerinnen und Schüler sinnvoll, die anschließend Naturwissenschaften,
Ingenieurwesen, Betriebswirtschaft u. a. studieren. Ein zu großer
Prozentsatz dieser Studierenden versagt an der Hochschule aufgrund
fehlender mathematischer Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die am
Gymnasium erworben hätten werden können. Die Diskrepanz zwischen der
möglichen und der erfolgten Vermittlung an Mathematik ist seit langem
bekannt. Sie hat sich während der letzten Jahrzehnte vergrößert durch so
genannte Lehrplanentfrachtungen und durch Reduktionen der gymnasialen
Mathematik, die erforderlich waren, weil das Stundenmaß für Mathematik
und die zur Verfügung stehende Lernzeit wiederholt reduziert wurden.
- Am Gymnasium geht es
nicht in erster Linie um die Mathematik an sich, sondern um die
Vermittlung von einschlägigen Fertigkeiten und Fähigkeiten. Um solches zu
erreichen, sind auch mathematische Zwischenschritte erforderlich, die
nicht unmittelbar in Anwendungen eingesetzt werden können und deren
Kürzung bereits Lücken verursacht hat, die die Vermittlung schwieriger
werden lassen.
- Ein Herausnehmen von
aktiven Lehrerinnen und Lehrern aus dem Gymnasialdienst zu einem
mehrjährigen Aufenthalt an Hochschulen, in Industrie und Wirtschaft ist
in einer Zeit des Lehrerüberschusses und einer gleichzeitig boomenden
Wirtschaft möglich.
- Informatik ist
wichtig, darf allerdings an der Schule nicht auf Kosten der
Mathematikunterrichtszeit durchgeführt werden. Informatik ist nicht nur
Sache des Mathematikunterrichts, da deren Anwendbarkeit auch außerhalb
der Mathematik liegt. Allerdings sollte die Nutzung der PCs als Werkzeug
auch im Mathematikunterricht erfolgen. Letzteres darf dann nicht wie beim
Taschenrechner dazu führen, dass jede Kleinigkeit via Rechner ermittelt
wird. Kopfrechnen, Überlegungen ohne Rechner, Überschlagsrechnungen u. v.
m. erst machen die Effektivität des Akademikers aus. Er muss den Computer
einsetzen können, sollte aber nicht wegen jeder Kleinigkeit von ihm
abhängig sein, wenn er auch in Zukunft preisgünstig arbeiten soll. Er
muss Erfahrung im Rechnen, Überlegen und geometrischen Vorstellen ohne
Zuhilfenahme des Rechners haben. Dies erreicht man, wenn man sich vor
allem in der Schulzeit sehr detailliert damit auseinander setzt.
Wir sind der Meinung, dass das Anfertigen von Software kein Thema des
Gymnasiums ist. Vielmehr muss der Schüler erkennen, dass der Computer an
sich kein Problem löst, sondern nur solche bereits vorstrukturierte
rechnet. Er muss lernen, via Oberfläche von Standardsoftware seine
Probleme zu strukturieren.
- Die Akzeptanz der
Mathematik in der Gesellschaft ist die wichtigste Voraussetzung, dass
sich Schülerinnen und Schüler ernsthaft mit Mathematik befassen.
Schließlich ist Mathematik die unerlässliche Voraussetzung für viele
Berufe und für weite Bereiche der Wissenschaften, die unsere moderne
Zivilisation bestimmen. Schulmathematik spielt hierbei eine entscheidende
Rolle im Alltag der Anwender. Die Lehrerschaft muss sich aber auch dafür
interessieren, wie viel Mathematik die Abnehmer ihrer Schüler von diesen
erwarten. Hier sind Lücken im Berufsbild aller Lehrer angefangen von den
Lehrern der Grundschule bis hin zu den Hochschullehrern zu beobachten.
Um diese Forderungen zu erfüllen, leistet
Begabtenförderung Mathematik e. V. das Folgende:
- Der Verein wird sich
um finanzielle Unterstützung durch die Wirtschaft bemühen. Er wird die
Mittel für den Zusatzunterricht verwenden, der den Schülerinnen und
Schülern kostenlos angeboten wird.
- Er hat bereits
Materialien zur Durchführung des Ergänzungsunterrichts in seiner
Zeitschrift Mathematikinformation bereitgestellt. Wenn Nummern hiervon
vergriffen sind, können diese zum Teil in dieser Homepage gefunden
werden.
- Der Verein wird sich
um Lehrer für den Ergänzungsunterricht bemühen, wo dieser Unterricht
nicht durch Gymnasiallehrer auf Überstundenbasis gehalten werden kann.
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Stand: 9. 4. 2008, webmaster